Farbdifferenz-Keyer

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Keyer.png

Der Farbdifferenz-Keyer arbeitet prinzipiell mit der Differenz aus dem Kanal in der Screenfarbe und einem der beiden verbleibenden Kanäle.

Generieren der RAW-Matte

Der einfachste Fall ist die Differenz aus den Kanal mit der Screenfarbe (z.B. Grün) und z.B. dem Rot-Kanal (RM = G - R). Für jedes Vordergrund-Pixel mit einem Rot-Wert G < R ergibt sich eine Differenze G - R < 0, was einem schwarzen Pixel entspricht. Ist G > R, was im Bereich des Screens der Fall ist, ergibt sich eine Differenz G - R > 0, was einem grauen Pixel entspricht, dessen Helligkeit von der Differenz abhängig ist. Daraus ergibt sich die Raw Matte. Diese hat i.d.R. einen Tonwertumfang von ca. 0...0,3 bis 0...0,6 und ist invertiert(schwarz ist transparent). Um die endgültige Matte zu erhalten, muss die Raw Matte invertiert (schwarz ist opak) und skaliert (Tonwertwertumfang 0...1) werden (A = 1 - RM * S).

Varianten der Raw-Matte

Im Beispiel wird mit der Funktion MAX(R, B) der jeweils höhere Wert aus dem Rot- bzw. Blau-Kanal je Pixel ausgewählt. Damit wird je Pixel der höchste Vordergrundwert von Grün subtrahiert und somit die Differenz auf Pixelebene optimiert.
Zur Korrektur fehlerhafter Screens oder Ausleuchtung besteht die Möglichkeiten, die Aufnahme vor dem Extrahieren der Matte zu optimieren. Für diese Fälle empfiehlt es sich, eine Aufnahme des leeren Screens (Clean Plate) mit den exakt gleichen Einstellungen und identischem Bildausschnitt vorzunehmen. Dieser Fall wird ausführlich im Kapitel 2.6.6 Screen Correction von Steve Wright erläutert.

Literatur, Links

Hasche, E., & Ingwer, Patrick. (2016). Game of Colors: Moderne Bewegtbildproduktion Theorie und Praxis für Film, Video und Fernsehen (X.media.press). Berlin, Heidelberg: Springer Vieweg. Kap. 8.4.3

Wright, S. (2010). Digital compositing for film and video (3rd ed.). Oxford [u.a.: Focal Pr.] Kap. 2.6.1