Timecodesprung
Timecodesprünge sind Unterbrechungen im eigentlich fortlaufend geschriebenen Timecode auf einem Videoband. Diese entstehen grundsätzlich während der Aufzeichnung i.d.R. in folgenden Situationen:
- Das Band wird während des Drehs zur Sichtung zurückgespult und nach dem letzten Take zu spät gestoppt. (siehe unten)
- Das Band wird nach der Aufnahme entnommen und wieder eingelegt. Die Aufnahme wird dann fortgesetzt.
- Das Band wird in der Kamera, der MAZ oder dem Laptop-Editor ancodiert. Im Anschluß wird der TC-Modus nicht von PRESET auf REGEN umgeschaltet.
- Die Kamera / MAZ ist nicht auf den REGEN-Modus gestellt.
- Auf ein gebrauchtes Band wird im INSERT-Modus (z.B. Laptop-Editor)aufgezeichnet. Der alte Timecode wird dabei nicht neu geschrieben und eventuell vorhandene Sprünge werden beibehalten, bzw. wird auf vorher leerem Band kein neuer Timecode geschrieben.
Problematisch sind Timecodesprünge, da an diesen Stellen i.d.R. der Einspielvorgang abgebrochen wird. Viele Schnittsysteme bieten die Möglichkeit über Timecodesprünge hinweg zu capturen. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass bei jedem Timecodesprung ein neuer Clip begonnen wird und durch den Preroll der MAZ die ersten Sekunden des neuen Clips verloren gehen. Bei bandlosem Workflow sind Timecodesprünge in dieser Hinsicht unproblematisch.
Timecodesprung beim Dreh
Nach einer Aufnahme soll diese gesichtet werden. Hierzu wird das Band ein Stück zurückgespult (1). Am Ende der letzten Aufnahme wird das Band gestoppt. Nach dem letzten Bild vergeht jedoch noch etwas Reaktionszeit, bis zur Betätigung des Knopfes. Das Band ist so weit gelaufen, dass sich ein unbeschriebener Bereich am Aufzeichnungskopf befindet.(2) Die Kamera findet keinen Timecode, und beginnt, diesen (meist) mit dem Wert 00:00:00:00 neu zu schreiben, da es sich für die Kamera um ein neues unbespieltes Band handelt.
Eine einfache Lösung wäre, die Kamera am Ende jedes Takes etwas länger laufen zu lassen oder vor dem Zurückspulen ein paar Sekunden "Irgendetwas" aufzunehmen.(1) Wird jetzt zurückgespult (2) und abgespielt, hat man Zeit, die Stopp-Taste zu betätigen ohne in den unbeschriebenen Teil des Bandes zu kommen.(3)
Timecodesprung mit dem Laptop-Editor
Nach dem Ancodieren wird nicht von P-REC auf I-REG umgeschaltet. Die Aufzeichnung des Timecode wird angenommen bei 10:00:08:23 gestoppt. Der TC-Generator (im Preset-Mode) hat nun diesen Wert im Speicher. Um mit dem Schnitt zu beginnen wird das Band an die Position 10:00:00:00 gespult. Hierbei wird der Timecode vom Band gelesen und entsprechend angezeigt. Sobald geschnitten, also Aufgezeichnet wird, kommt der Timecode jedoch wieder vom Timecodegenerator, der den Wert 10:00:08:24 beim ersten Bild liefert. Dieser wird durch den Preset-Mode stur auf das Band geschrieben. Im I-REG-Modus hätte er den Timecode 10:00:00:00 vom Band in seinen Speicher übernommen und von da an den neuen Timecode lückenlos geschrieben.