Linearer Schnitt: Unterschied zwischen den Versionen

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Beim linearen Schnitt werden Teile einer Aufnahme von einem Band auf ein anderes (Master-)Band kopiert. Die Anordnung der Schnitte auf dem Masterband erfolgt zwangsläufig nacheinander (linear) und ist relativ unveränderlich. Soll nachträglich Material in den fertiggestellten Film eingefügt werden, ist die nur durch Überspielen des an dieser Stelle bereits aufgespielten Materials möglich.  
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Beim linearen Schnitt werden Teile einer Aufnahme von einem (Quell-)Band auf ein anderes (Master-)Band kopiert. Die Anordnung der Schnitte auf dem Masterband erfolgt zwangsläufig nacheinander (linear) und ist unveränderlich. Sollen nachträglich Veränderungen an dem fertiggestellten Film vorgenommen werden, ist dies nur durch Überspielen des ab dieser Stelle bereits aufgespielten Materials bis zum Filmende möglich.  
  
 
Es existieren zwei grundlegende Schnittarten:<br />
 
Es existieren zwei grundlegende Schnittarten:<br />
*Assemble-Schnitt<br />Die einzelnen Clips werden nacheinander zusammengefügt (assembliert). Dabei werden alle Spuren auf das Masterband übertragen und vorhandenes Material wird überschrieben. Es ist kein Timecode auf dem Band erforderlich. Dieser wird automatisch entsprechend den Einstellungen des [[TC-Modus|Timecodegenerators]] erzeugt. <br />Der Assemble-Schnitt ist die Schnittart, die überwiegend zum Schneiden verwendet wird.
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[[File:Linear-Editing.gif|right|thumb|250px|Assemble- vs. Insertschnitt]]
*Insert-Schnitt<br /> Mittels Insert-Schnitt wird Material auf ausgewählten Spuren eingefügt. Voraussetzung dafür ist, dass sich an der betroffenen Stelle bereits geschnittenes Material befindet. Die Insert-Spur lässt sich aus Video und Audio 1 oder Audio 2 auswählen, wobei auch jede Kombination aus den drei Spuren möglich ist. Das alte Material auf der jeweiligen Spur wird überschrieben<br />Der Insert-Schnitt wird nur verwendet, wenn bei einem fertig geschnittenen Bereich z.B. etwas nachvertont werden soll. Auf dem Band '''muss''' bereits ein lückenloser '''Timecode''' vorhanden sein, was nach den Assemble-Schnitt der Fall ist! Insert-Schnitt findet mit Abstand seltener Anwendung als Assemble-Schnitt.<br />Anwendungsbeispiele:
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*Assemble-Schnitt<br/>
**Über die Originaltonspuren soll anderes Bildmaterial gelegt werden. Insert mit "V"
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Die einzelnen Clips werden nacheinander zusammengefügt (assembliert). Dabei werden alle Spuren auf das Masterband übertragen und vorhandenes Material wird überschrieben. Der Timecode wird automatisch entsprechend den Einstellungen des [[TC-Modus|Timecodegenerators]] erzeugt. <br />
**Unter das Bild soll neuer Ton gelegt werden. Insert mit "A1" und "A2"
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Der Assemble-Schnitt ist die Schnittart, die überwiegend zum Schneiden verwendet wird.
**Unter das Bild soll neuer Ton gelegt werden. Ein Kommentator spricht live zum Bild und es wird Musik und der Originalton untergeblendet. Insert mit "A1" und "A2" Das Audiosignal wird am Ausgang von Laufwerk 1 abgegriffen und an ein externes Mischpult gesendet. Daran sind das Mikrofon für den Sprecher und ein CD-Player angeschlossen. Das gemischte Signal wird an den Audioeingang von Laufwerk 2 gesendet. Die beiden Schalter VTR 2 INPUT SELECT müssen auf EXT stehen. Das Signal vom Mischpult wird nun auf den Spuren A1 und A2 aufgezeichnet.<br />Dieser Fall ist etwas konstruiert und soll zeigen, was theoretisch möglich wäre.
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*Insert-Schnitt<br />  
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Mittels Insert-Schnitt wird Material auf ausgewählten Spuren eingefügt. Voraussetzung dafür ist, dass sich an der betroffenen Stelle bereits Timecode befindet. Die Insert-Spur lässt sich aus Video, Audio 1 oder Audio 2 auswählen, wobei auch jede Kombination aus den drei Spuren möglich ist. Das alte Material auf der jeweiligen Spur wird überschrieben.<br />
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[[File:warning.png|baseline|18px]] Auf dem Band '''muss''' bereits ein lückenloser '''Timecode''' vorhanden sein, was nach den Assemble-Schnitt der Fall ist! Insert-Schnitt findet mit Abstand seltener Anwendung als Assemble-Schnitt.<br/>
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Anwendungsbeispiele:
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*Über die Originaltonspuren soll anderes Bildmaterial gelegt werden. Insert mit "V"
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*Unter das Bild soll neuer Ton gelegt werden. Insert mit "A1" und "A2"
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*Unter das Bild soll neuer Ton gelegt werden. Ein Kommentator spricht live zum Bild und es wird Musik und der Originalton untergeblendet. Insert mit "A1". Das Audiosignal wird am Ausgang von Laufwerk 1 abgegriffen und an ein externes Mischpult gesendet. Daran sind das Mikrofon für den Sprecher und ein CD-Player angeschlossen. Das gemischte Signal wird an den Audioeingang von Laufwerk 2 gesendet. Die beiden Schalter VTR 2 INPUT SELECT müssen auf EXT stehen. Das Signal vom Mischpult wird nun auf der Spur A1 aufgezeichnet. Der Ton auf Spur "A2" bleibt als Originalton (IT - internationaler Ton) auf dem Band erhalten. Entsprechend entsteht eine Mono-Sendung.<br />
  
 
Linearer Videoschnitt spielt in der Ausbildung eine untergeordnete Rolle. Folgende Arbeitsplätze finden sie im Medienzentrum:
 
Linearer Videoschnitt spielt in der Ausbildung eine untergeordnete Rolle. Folgende Arbeitsplätze finden sie im Medienzentrum:
*Dreimaschinenschnittplatz<br />wird in einem Praktikum in AV-Technik in Studio aufgebaut.
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*Dreimaschinenschnittplatz<br/>
*[[Laptopeditor]]<br />spielt im gleichen Praktikum wie der Dreimaschninenschnitt eine Rolle. Ein Laptopeditor steht dauerhaft im Raum 314 zur Verfügung. Dieser Arbeitsplatz ist für die Prüfungsleistung in Mediengestaltung II relevant.
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wird in einem Praktikum in AV-Technik in Studio aufgebaut.
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*[[Laptop-Editor]]<br/>
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spielt im gleichen Praktikum wie der Dreimaschninenschnitt eine Rolle. Ein Laptopeditor steht dauerhaft im Raum 302 zur Verfügung. Dieser Arbeitsplatz ist für die Prüfungsleistung in Mediengestaltung II relevant.

Aktuelle Version vom 3. Juni 2014, 14:36 Uhr

Beim linearen Schnitt werden Teile einer Aufnahme von einem (Quell-)Band auf ein anderes (Master-)Band kopiert. Die Anordnung der Schnitte auf dem Masterband erfolgt zwangsläufig nacheinander (linear) und ist unveränderlich. Sollen nachträglich Veränderungen an dem fertiggestellten Film vorgenommen werden, ist dies nur durch Überspielen des ab dieser Stelle bereits aufgespielten Materials bis zum Filmende möglich.

Es existieren zwei grundlegende Schnittarten:

Assemble- vs. Insertschnitt
  • Assemble-Schnitt

Die einzelnen Clips werden nacheinander zusammengefügt (assembliert). Dabei werden alle Spuren auf das Masterband übertragen und vorhandenes Material wird überschrieben. Der Timecode wird automatisch entsprechend den Einstellungen des Timecodegenerators erzeugt.
Der Assemble-Schnitt ist die Schnittart, die überwiegend zum Schneiden verwendet wird.

  • Insert-Schnitt

Mittels Insert-Schnitt wird Material auf ausgewählten Spuren eingefügt. Voraussetzung dafür ist, dass sich an der betroffenen Stelle bereits Timecode befindet. Die Insert-Spur lässt sich aus Video, Audio 1 oder Audio 2 auswählen, wobei auch jede Kombination aus den drei Spuren möglich ist. Das alte Material auf der jeweiligen Spur wird überschrieben.
Warning.png Auf dem Band muss bereits ein lückenloser Timecode vorhanden sein, was nach den Assemble-Schnitt der Fall ist! Insert-Schnitt findet mit Abstand seltener Anwendung als Assemble-Schnitt.
Anwendungsbeispiele:

  • Über die Originaltonspuren soll anderes Bildmaterial gelegt werden. Insert mit "V"
  • Unter das Bild soll neuer Ton gelegt werden. Insert mit "A1" und "A2"
  • Unter das Bild soll neuer Ton gelegt werden. Ein Kommentator spricht live zum Bild und es wird Musik und der Originalton untergeblendet. Insert mit "A1". Das Audiosignal wird am Ausgang von Laufwerk 1 abgegriffen und an ein externes Mischpult gesendet. Daran sind das Mikrofon für den Sprecher und ein CD-Player angeschlossen. Das gemischte Signal wird an den Audioeingang von Laufwerk 2 gesendet. Die beiden Schalter VTR 2 INPUT SELECT müssen auf EXT stehen. Das Signal vom Mischpult wird nun auf der Spur A1 aufgezeichnet. Der Ton auf Spur "A2" bleibt als Originalton (IT - internationaler Ton) auf dem Band erhalten. Entsprechend entsteht eine Mono-Sendung.

Linearer Videoschnitt spielt in der Ausbildung eine untergeordnete Rolle. Folgende Arbeitsplätze finden sie im Medienzentrum:

  • Dreimaschinenschnittplatz

wird in einem Praktikum in AV-Technik in Studio aufgebaut.

spielt im gleichen Praktikum wie der Dreimaschninenschnitt eine Rolle. Ein Laptopeditor steht dauerhaft im Raum 302 zur Verfügung. Dieser Arbeitsplatz ist für die Prüfungsleistung in Mediengestaltung II relevant.